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Erlebnisse beim Bau einer Gartenhütte

Der Familien-Fuhrpark in der Gartenhütte ist angewachsen. Statt Bobby-Cars müssen nun Jugendfahrräder untergebracht werden. Die brauchen mehr Platz, denn die Räder stehen zur Tür heraus im Regen und rosten. Deshalb ist klar: Wir brauchen wir eine größere Hütte.

Nachdem Mama einen Plan für einen Umbau entworfen hat, packen wir es an. Einkäufe im Baumarkt. Drei-Meter-Balken passen ins Auto.

Mit dem Stemmeisen und einer Brechstange haut Mama das Dach in Stücke und lässt es zu Tim herunter rutschen. Stefan ist das unheimlich: Er flieht quietschend aus dem Garten. Skeptische Nachbarn tun ihre Meinung kund. Die Jungs staunen über das Werkzeug. Tim: "Darf man so eine Brechstange überhaupt besitzen? Fällt die nicht unters Waffengesetz?!"

GartenhausDie Jungs üben eifrig, alte Nägel auszuhebeln. Mama zieht ihre 20 Jahre alten Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe an, nachdem sie in die ersten Nägel getreten ist. Leider hat sich die Gummisohle inzwischen zu Bröseln aufgelöst. Also sind Onkel Berts Bergstiefel richtig.

Mama macht Witze: "Wir brauchen eine größere Hütte, damit ich mehr Wände habe, wo ich Farben hinpinseln kann." Tim verdreht die Augen: "Aber Mama!" Dennoch werden alle Balken, Hüttenteile und neues Bauholz gestrichen. Der Regen hat uns inzwischen eingeweicht. Als auch noch Schnee hinzu kommt, zieht das Holz um ins Wohnzimmer. Die Jungs lernen, mit Nut und Feder umzugehen. Handschuhe werden nützlich.

Martin meint: "Dann brauchen wir ein Einweihungsfest! So wie in der Schneehöhle in Österreich. Und wir laden viele ein." Tim sagt: "Ja, aber auch ein Christbaum auf dem Dach." Mama: "Kein Christbaum. Uns wird schon etwas anderes einfallen." Vorfreude aufs Fest lässt uns beim Sägen trotz Schweiß durchhalten.

Zuerst den Grundring zusammen schrauben: 2 x 2,50 Meter. Die Jungs staunen über die Größe. Dann werden die Wandelemente der alten Hütte anders zusammengestellt und darauf gesetzt. Mama weiß, dass der Balken über der Hüttentür all die Jahre irgendwie falsch darauf saß. Aber es hat gehalten. Tim sieht sofort, wie rum das Teil richtig eingepasst wird. Mama staunt! Zusätzliche Stützbalken werden eingesetzt: An mancher Schraube hängen wir zu Dritt - abwechselnd. Tim meint: "Mama, du schaffst es!" Man darf nur nicht zu früh aufgeben!

Leiter rauf und herab. Mama deckt das Dach mit durchsichtigem Wellenplastik, damit noch Licht ins Wohnzimmerfenster kommt. Tim ist leichtgewichtiger, klettert darauf herum, befestigt die Schrauben. Als auch die Werkstatt im Wohnzimmer aufgeräumt ist, lahmt Mamas Bein. Das kommt vom Rücken. Also wird sie etwas langsamer und vorsichtiger nach vier Wochen Baueinsatz.

Die Jungs bekommen einen Werkzeug-Führerschein. Wir freuen uns über den Mut, das anzupacken, die Erfahrungen am Bau, die ich von meinem Vater abschauen durfte, zähes Durchhalten, Jesu Schutz und eine schöne große Hütte! Wir feiern mit befreundeten Familien ein Laubhüttenfest, dann durchs Dach kann man die Sterne sehen.

Beate Vogel





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